iPad Air 2 - Der Apple Tablet-PC im Test

Edel, hochwertig und dennoch klassisch – das Apple iPad Air 2

Äußerlich legt Apple ungerne Hand an, jedenfalls was die Tablets und Smartphones angeht. Zwar wird hier mal etwas Glas verwendet oder dort an einer Ecke gefeilt, ansonsten ähneln Nachfolger-Geräte oftmals ihren Vorgängern. Auch beim Apple iPad Air 2 bleibt äußerlich alles beim Alten. Dafür spendiert Apple dem neuen Tablet schnellere Hardware, schnellere Kommunikations-Module und ein verbessertes Apple iOS 8.1 Betriebssystem. Was das neue Tablet mit dem angebissenen Apfel alles kann, prüfen wir im Test.

Typisch Apple – hochwertiges- und edles Design

Apple iPad Air 2 im edlen Design.Dass Apple in Sachen Design ungern Neues wagt, ist bekannt, doch warum sollte man Altbewährtes ändern? Apples Design ist seit jeher beliebt und wird von Fans geschätzt. Auch beim iPad Air 2 geht der Hersteller seinen gewohnten Weg und baut die Hardware in ein hochwertiges Aluminiumgehäuse ein. Rein optisch ähnelt das iPad Air 2 seinem Vorgänger, auch wenn es in seiner Höhe von 7,5 Millimeter auf 6,1 Millimeter geschrumpft ist. Dadurch ist es sogar noch flacher als das Samsung Galaxy Tab S 10.5. Auch das Gewicht von 444 Gramm ist etwas geringer als beim Vorgänger, wodurch das Air 2 nun ein noch angenehmerer Begleiter ist. Wer es gerne etwas edler möchte, der kann das Apple iPad Air 2 nicht nur in den Farben Grau und Weiß erwerben, sondern nun zusätzlich auch in Gold. Rein haptisch fühlt sich das Pad unglaublich hochwertig und angenehm an.

In Sachen Verwindungssteifheit muss Apple sich nun allerdings gegen den großen Konkurrenten aus Korea geschlagen geben. Wie auch schon beim iPhone 6 bemängelt, hat auch beim Air 2 die enorm geringe Bauhöhe ihren Preis, denn die Steifheit ist sehr gering. Das Pad lässt sich mit etwas Kraftaufwand leicht biegen, was Auswirkungen auf das Display hat. Hier entsteht die typische Wellenbildung auf dem Display. So schlimm, wie beim iPhone ist es jedoch nicht, denn wir haben es nicht geschafft, das iPad Air 2 auch nur soweit zu biegen, dass ein Knarzen oder Knacken entstanden ist. Anwender brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass ihr iPad Air 2 verbiegt. Auch beim iPad Air 2 ist der Akku nicht wechselbar und einen Kartenslot zum Aufrüsten des Speichers suchen wir ebenfalls vergebens.

Gewohnt gutes Retina Display, doch kein Fortschritt

iPad Air 2 - dünner geht es kaum.Wie immer setzt Apple auch beim iPad Air 2 auf ein Retina-Display, das in der Vergangenheit vor allem im Bereich der Farbdarstellung und Helligkeit überzeugen konnte. Beim iPad Air 2 ist das nicht anders, auch wenn die gemessenen Werte etwas hinter der Konkurrenz zurückbleiben. Während Samsung mit seinem Super-AMOLED-Display bereits Kontrastwerte gegen unendlich erreicht, bleibt Apple hier leider auf der Stelle. Das Display erreicht nur einen Wert um 700:1 und liegt damit sogar noch hinter dem Vorgänger. Auch die Konkurrenz-Tablets aus dem Hause Sony und Nokia weisen viel kräftigere Displays auf als das Apple iPad Air 2. Mit einer Helligkeit von rund 420 Candela pro Quadratmeter ist das Display angenehm hell, allerdings reiht es sich auch hier wieder hinter seinen Konkurrenten ein. Subjektiv betrachtet, kann das Display aber voll überzeugen. Die Farben wirken kräftig, die Helligkeit ist auch im Außeneinsatz ausreichend und kann mit anderen Modellen mithalten. Nahezu unerreicht bleibt weiterhin die Echtheit der Farben, denn hier ist das Retina-Display von Apple immer noch Spitzenreiter und wird lediglich vom Samsung Galaxy Tab S 10.5 überholt, dessen Technologie einfach viel mehr Spielraum zulässt.

Außen nichts Neues, im Innern aber schon

Auch wenn die Äußerlichkeiten fast an den Vorgänger erinnern, so steckt im Inneren einiges an Neuerungen. So verbaut Apple im iPad Air 2 den ersten Tri-Core-Prozessor, der mit jeweils 1,5 GHz taktet und unglaubliche drei Milliarden Transistoren besitzt, was mehr ist als ein aktueller High-End-Prozessor für den Desktop. Doch nicht nur der Prozessor wurde weiterentwickelt, auch der Arbeitsspeicher ist nun mit 2 Gigabyte doppelt so groß wie der des Vorgängers. Und als wäre das nicht ausreichend, stattet der Hersteller das iPad Air 2 noch mit einem neuen Grafikchip aus, der vor allem Spiele erheblich beschleunigen soll. Der Prozessor zeigt sich im direkten Test mit theoretischen Benchmarks sehr stark und nimmt im Geekbench 3 auch sofort einen Spitzenplatz ein. Mit rund 4.500 Punkten greift der neue Dreikern-Prozessor von Apple nach der Krone. Auch die Grafikleistung ist enorm und kann sich fast mit einem Nvidia Tegra K1 messen, auch wenn dieser oftmals noch einen Funken schneller rechnet. Dadurch können Spiele und auch sämtliche Anwendungen problemlos berechnet und wiedergegeben werden. Kein Spiel, kein Film und auch kein Programm ruckelte im Test oder zeigte Schwächen der verbauten Hardware auf. Apple setzte viel daran, sich die Leistungskrone in diesem Bereich wiederzuholen.

Für einen Schnappschuss bereit – die Kameras des iPad Air 2

iPad Air 2 mit hochauflösender 8 MP Kamera.Auch wenn es wesentlich umständlicher ist, mit einem Tablet wie dem iPad Air 2 zu fotografieren als mit einem Smartphone, so sieht man doch oftmals zahlreiche Tablet-Nutzer beim Fotografieren. Aus diesem Grund spendierte Apple seinem Air 2 auch eine neue Hauptkamera, die nun mit 8 Megapixeln gleich drei Megapixel mehr bietet. Dadurch entsteht nun eine Auflösung von 3.264 x 2.448. Die Kamera schafft es für eine Tablet-Linse auf eine beachtliche Fotoqualität. Zwar benötigt sie dafür stets eine hervorragende Licht-Situation, aber wenn diese gegeben ist, dann erhält man sehr schöne und scharfe Fotos. Erst wenn das Licht abnimmt, zeigen sich die Schwachstellen und das Bild wirkt ausgefranzt und konturenlos. Neu ist auch die Zeitlupenfunktion der Kamera, die nun Videos mit mehr als 120 Bildern aufzeichnen kann. Selbst aktuelle iPhones verfügen nicht über diese Technik. Auch eine Serienbildfunktion fehlte in älteren Modellen, wurde nun von Apple aber nachgerüstet. Die Frontkamera spielt ihre Stärke vor allem durch ihre weit geöffnete Blende aus. Diese kann dank einer Blendenzahl von f2.2 sogar noch scharfe Videos und Selfies aufnehmen, wenn das Licht etwas abnimmt. Zwar versagt die Kamera im Dunkeln nahezu ihren Dienst, aber solange es Tag ist oder in Räumen, leistet sie eine beachtliche Arbeit.

Ausstattung und Kommunikation – neu und alt beisammen

Auf dem Apple iPad Air 2 kommt das Betriebssystem iOS 8.1 zum Einsatz, das einige Fehler der Vorgängerversion ausmerzen soll. Zwar sind einige Probleme verschwunden, jedoch kamen neue hinzu, wie zahlreiche Nutzer in Foren berichten. Auch Apple Pay ist nun vorhanden, kann jedoch in Deutschland noch nicht genutzt werden, da der Dienst zurzeit nur auf die USA beschränkt ist.

Das WLAN-Modul des iPad Air 2 arbeitet nun mit dem bekannten und schnelleren „ac-Standard“ und funkt demnach auf 2,4 GHz und 5 GHz, was stabilere und schnellere Transferraten zur Folge haben soll. Mobil werden Daten dank LTE mit bis zu 150 Mbit/s heruntergeladen. Eine Verbindung zwischen zwei Tablets oder zu anderen mobilen Geräten stellt die Bluetooth-4.0-Verbindung her. Wer das iPad Air 2 gerne noch als Navigationssystem nutzen möchte, der kann dies dank GPS machen.

Den besten Eindruck macht aber erneut der enorm große Akku. Mit einer Kapazität von 7.340 mAh schafft er es, das iPad Air 2 für fast 10 Stunden bei der Wiedergabe eines Videos bei Laune zu halten. Ähnlich ist es auch beim Surfen mit WLAN, hier hält der Akku ca. eine Stunde länger. Wird das Tablet kaum genutzt, steigt die Laufzeit auf fast einen ganzen Tag an.

Fazit des Apple iPad Air 2 Test

Das Apple iPad Air 2 ist erneut eine angenehme Weiterentwicklung von Apple und kann vor allem in Sachen Leistung und Technik punkten. Durch den Ausbau des Prozessors und des Grafikchips erhält man eines der schnellsten Tablets, mit dem man nahezu alle Spiele und Programme nutzen kann. Auch die Kamera kann sich sehen lassen. Etwas schade ist hingegen der stetige Abbau im Vergleich mit dem Wettbewerb, denn wirklich viel mehr bietet das Apple iPad Air 2 nicht. Die Konkurrenz hat oftmals ein kräftigeres Display oder trumpft mit anderen technischen Spielereien auf. Auch die Leistung reicht auf Android-Basis meistens für sämtliche Spiele aus, sodass das iPad Air 2 nur noch als Mehrwert das Betriebssystem bietet. Wer also unbedingt ein Apple-Gerät möchte, der kauft es sowieso, denn iOS ist eine sichere und leicht zu bedienende Sache. Wer sich nicht auf das Betriebssystem festlegen möchte, der kann ruhig einmal zum Samsung Galaxy Tab S 10.5 oder zum Surface Pro 3 greifen.

Weitere Detailinformationen:
Apple iPad Air 2

Kategorie: Testbericht, Apple
Datum: 18.11.2014